Ein unscheinbarer Baum, eine bittere Rinde – und ein Mann aus Hessen, der für beides fast sein Leben ließ: Justus Karl Haßkarl aus Kassel reiste als Spion inkognito im Auftrag der niederländischen Kolonialmacht nach Südamerika, um unter Lebensgefahr die begehrten Chinarindenbäume zu schmuggeln. Ihr Wirkstoff, das Chinin, war für die Behandlung von Malaria lebenswichtig – und zugleich Teil einer globalen Machtstrategie. Was wie ein Abenteuer klingt, führt mitten hinein in die Geschichte von Wissenschaft, Pflanzenraub und kolonialer Ausbeutung.
Gemeinsam mit Dr. Cornelia Löhne von den Botanischen Gärten Bonn werfen wir einen Blick auf die geheime Mission Haßkarls, seine Rolle in einem kolonialen Netz – und die Frage, wie wir mit diesem Erbe heute umgehen. Dr. Nicole Gilberger vom Bernhard-Nocht-Institut erklärt, wie Chinin wirkte, welche Rolle es in der Tropenmedizin spielt – und warum Malaria noch lange nicht Geschichte ist.
Konzept
Joachim Meißner, Jessica Hentschel, Dr. Alexander Jehn, Franziska Kiermeier
Moderator
Joachim Meißner
Gäste der Folge
Dr. Cornelia Löhne von den Botanischen Gärten Bonn, Dr. Nicole Gilberger vom Bernhard-Nocht-Institut
Intro- und Outro-Musik
Rodgau Monotones, „Die Hesse komme“
Aufnahme & Bearbeitung
Joachim Meißner
Projektbetreuung HLZ
Franziska Kiermeier, Lena Luckenbach
Produktionstechnische Gesamtleitung
Joachim Meißner, Jessica Hentschel