Der Fotograf Siegfried Wittenburg aus Rostock hat seit den 1980er Jahren bis in die Zeit des Mauerfalls und der Umbruchjahre nach der Deutschen Einheit hinein einzigartige authentische Fotografien aus dem DDR-Alltag angefertigt, die die alltäglichen Lebensumstände unter der SED-Diktatur ungeschminkt offenlegen. Die immer größer werdende Kluft zwischen den allgegenwärtigen propagandistischen Parolen, die aus der Sicht der Einheitspartei SED den „Sieg des Sozialismus“ priesen, und den tatsächlichen Lebensumständen der DDR-Bevölkerung hat Wittenburg mit seinen Fotografien enthüllt. Er hat auch die alle Lebensbereiche durchdringenden Einflüsse der SED auf die Menschen demaskiert und mit dem ganz normalen Leben und den privaten Rückzugsräumen außerhalb des verordneten Kollektivs kontrastiert.
Für diese ins Mark der Diktatur treffenden dokumentarischen Aufnahmen wurde Wittenburg als Fotograf vom DDR-Staatsapparat wiederholt zensiert und bespitzelt. Siegfried Wittenburg erzählt anhand seiner Fotografien seine persönliche Geschichte und zugleich die Geschichte der Menschen in der DDR. 1989/90 wurde Wittenburg zum Chronisten der Friedlichen Revolution in Rostock. So sind seine Fotografien auch eindrucksvolle Zeitdokumente des Aufbruchs zur Freiheit.