Wahrer Deutsch-Rap ist Made in Hessen. Pionier des Deutsch-Rap ist der Frankfurter Moses Pelham. Mit seinem 1993 gegründeten „Rödelheim Hartreim Projekt“ gilt er als Rapper der ersten Stunde. Der Hit „Höha, Schnella, Weita“ machte ihren Frankfurter Heimatstadtteil Rödelheim bundesweit bekannt. Heute ist Pelham Produzent des Genres. Rund zehn Millionen verkaufte Tonträger – nostalgisch in Zeiten von Streamingdiensten – belegen seinen Erfolg, dazu eine Goldene Kamera, der HipHop.de-Award für sein Lebenswerk und die Goetheplakette seiner Heimatstadt.
Auf Pelham folgten echte Kultrapper. „Chabos wissen wer der Babo ist“, die musikalische Sozialnachhilfe des Offenbacher Gangsta-Rappers „Haftbefehl“ – zusammen mit Farid Bang – macht 2013 den Babo, also die Respektperson, zum Jugendwort des Jahres. Azad, Celo & Abdi oder Vega sind weitere Namen, und auch Frauen können „ihren Mann stehen“, wie die Frankfurterin Liz rapt, oder die Darmstädterin Parshad, die bei Planet Radio zunächst Hip-Hop und Deutsch-Rap präsentiert und heute als Stand-up-Comedian bei Jan Böhmermann und mit eigenen Formaten Infos und Unterhaltung bietet.
Was heute im MOMEM, dem Museum für Elektronische Musik in Frankfurt, Musikgeschichte schreibt und regelmäßig das „Museum“ an der Frankfurter Hauptwache mit Konzerten zum Club macht, bestimmt in den 1980ern und 1990ern die internationale Musikwelt. Hip-Hop, Techno, Hause, Rave, für diese Formen elektronischer (Tanz)Musik stehen Frankfurter Diskotheken und Clubs wie das Dorian Gray am Frankfurter Flughafen, den Cocoon-Club in Fechenheim oder das Omen in der Frankfurter City. Gründer der beiden letzteren Techno-Hotspots ist Sven Väth, aus Offenbach stammender DJ, Musiker und Labelbetreiber, der heute hin und wieder im MOMEM auflegt, zur Freude seiner zahlreichen Anhänger. Auch er hat mitbewirkt, dass Frankfurt bis Mitte der 1990er als Hauptstadt des Techno galt.
Große Gefühle – im Fußballstadion
Seit langem gilt der Jubel der hessischen Fußballfans auch den höchst erfolgreichen Frauenfußballerinnen des Landes. Maßstäbe im internationalen Frauenfußball setzten die Kickerinnen des 1998 gegründeten 1. FFC Frankfurt (der 1. Frauen-Fußball Club Frankfurt). Vier Champions-League-Siege, darunter der erstmals ausgetragene UEFA Women’s Cup 2002, sieben Deutsche Meisterschaften und neun DFB-Pokalsiege machten die Frankfurterinnen zum erfolgreichsten deutschen Fußballverein. Stars unter den Ballkünstlerinnen waren die dreifache Weltfußballerin Birgit Prinz und Nia Künzer, die seit 2024 Sportdirektorin für den Frauenfußball beim DFB in Frankfurt ist. 2020 fusionierte der FFC mit Eintracht Frankfurt, seitdem brillieren auch die Frauen unter dem hessischen Herzensetikett „Eintracht“. Übrigens: Eintauchen in die Fußball-Bundesliga-Geschichte kann man unter der Haupttribüne des Eintracht-Stadions, das heute Deutsche-Bank-Park heißt. Dort nämlich befindet sich das „Eintracht-Frankfurt-Museum“.