Die Währungsreform
Nach Kriegsende droht auch in Hessen eine Inflation. Der Grund: In der ersten Nachkriegsnot beschaffen sich die Menschen Lebensmittel über Bezugsscheine, durch Tauschgeschäfte oder gegen „Zigarettenwährung“ auf dem Schwarzmarkt. Die Folge: Die aktuelle Währung Reichsmark ist im Übermaß vorhanden und hat ihren Kaufwert verloren.
Deshalb beschließen die Besatzungsmächte der Westzonen gemeinsam mit deutschen Wirtschaftsfachleuten eine Währungsreform. „Gemacht“ wird sie in Hessen, koordiniert vom späteren Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, der zu jener Zeit als Direktor für Wirtschaft in der Bizonen-Verwaltung in Frankfurt arbeitet.
Das neue Geld
Am 20. Juni 1948, einem Sonntag, wird die D-Mark erstmals ausgezahlt. Jeder Bürger erhält anfangs 40 D-Mark, im Tausch gegen 40 Reichsmark. Ausgegeben wird die Summe komplett in Scheinen: einem Zwanzigmarkschein, zwei Fünfmark-, drei Zweimark-, zwei Einmark- und vier Einhalbmarkscheine. Diese D-Mark-Banknoten wurden zuvor in den USA gedruckt. Nach Deutschland kamen sie in einem geheimen Geldtransport namens „Operation Bird Dog“: die 23.000 Holzkisten kamen zunächst per Schiff aus den USA nach Bremerhaven und von dort mit Sonderzügen und LKWs nach Frankfurt. Münzen werden im Zuge der Währungsreform erst ab 1949 ausgegeben.