Sie trugen Uniformen, kämpften für fremde Könige und manche von ihnen kehrten nicht zurück: Im 18. Jahrhundert machten die Landgrafen von Hessen-Kassel ein lukratives Geschäft mit dem Vermieten von Soldaten. So zogen tausende Hessen an der Seite Großbritanniens in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, nicht aus Überzeugung, sondern weil sie „vermietet“ wurden. War das Geschäft reine Profitgier – oder Teil eines größeren Plans zur Modernisierung des Landes? Und warum wirkt dieser Mythos bis heute nach?
In dieser Folge spricht Joachim Meißner mit Prof. Christoph Kampmann von der Universität Marburg über Mythos und Realität des sogenannten Soldatenhandels, über Fake News im 18. Jahrhundert und die Frage, wie sich Moral und politische Verantwortung im Laufe der Zeit verändern. Mit Dr. Sabine Fischer von der Stiftung Wissenschaft und Politik wird der Bogen in die Gegenwart gespannt – von Hessen nach Nordkorea, von Friedrich II. bis Wladimir Putin. Was damals „Subsidienverträge“ hieß, klingt heute nach „zwischenstaatlicher Kooperation“. Doch das Muster bleibt dasselbe: Menschen als Ressource im Dienst der Macht.
Shownotes
Konzept
Joachim Meißner, Jessica Hentschel, Dr. Alexander Jehn, Franziska Kiermeier
Moderator
Joachim Meißner
Gäste der Folge
Prof. Christoph Kampmann, Neuzeithistoriker an der Universität Marburg, Dr. Sabine Fischer von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik.
Intro- und Outro-Musik
Rodgau Monotones, „Die Hesse komme“
Aufnahme & Bearbeitung
Joachim Meißner
Projektbetreuung HLZ
Franziska Kiermeier, Lena Luckenbach
Produktionstechnische Gesamtleitung
Joachim Meißner, Jessica Hentschel
Der Inhalt des Podcast gibt die subjektive Wahrnehmung, Haltung und Meinung der Gäste wieder und entspricht nicht zwingend der Wahrnehmung, Haltung und Meinung der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) und ihrer Bediensteten.